Tag der Logistik am SGH

Am 17. April 2008 fand im Rahmen des Tages der Logistik eine Informationsveranstaltung rund um die Logistikbranche statt. Vertreter aus der Wirtschaft sowie aus der Lehre stellten Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich Logistik dar.

 

Nach einer kurzen Begrüßung von Herrn Deim begann Jürgen Waas die Vortragsreihe. In seinem Vortrag definierte der Sprecher vom Bundesverband Logistik den Begriff Logistik und führte die Zuschauer in die Materie ein. Er erklärte, dass Logistik – oder Supply Chain Management – die Lehre von der Optimierung einer Produktionskette vom Lieferanten zum Kunden ist. Dabei muss die Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort im Regal stehen und dem Kunden angeboten werden können. Die Logistik beziehe wirtschafts- sowie ingenieurwissenschaftliche Fragestellungen ein.

Herr Waas erläuterte außerdem die ausgesprochen positive Arbeitsmarktlage für Logistiker: Die Wachstumsraten betragen annähernd neun bis zehn Prozent und pro Jahr fehlen 3000 bis 4000 Absolventen pro Jahr. Die Logistik gehört zu den Wachstumsbranchen, fügte Herr Waas hinzu.

 

Die Vorstellungsreihe setzte Mark Schneider von HP fort. Er vertiefte den vorigen Beitrag und machte unter anderem deutlich, von wie vielen Faktoren eine Produktionskette abhängig ist: Lieferungswege, Kundenwünsche oder gesetzliche Rahmenbedingungen müssen Logistiker bzw. Supply Chain Manager im Auge behalten. Solch eine Produktionskette unterliegt einer ständigen Veränderung und muss ständig im Auge behalten werden.

Herr Schneider hob des Weiteren hervor, dass neben fachlichen auch persönliche („Soft Skills“) und methodische Kompetenzen für den beruflichen Erfolg entscheidend sind.

 

Nach diesem Vortrag wurden die Ausbildungsmöglichkeiten in der Logistikbranche vorgestellt.

 

Professor Hendrik Brumme, Stellvertretender Rektor der Hochschule Reutlingen, stellte den Zuschauern den Studiengang Logistik vor.

An der Hochschule Reutlingen studieren etwa 4000 Studenten. Reutlingen zeichnet sich vor allem durch seinen Praxisbezug aus: Sehr viele Dozenten kommen aus der freien Wirtschaft und sorgen damit für praxisnahe und aktuelle Veranstaltungen. Daneben bietet sie dank einer Partnerschaft zu 240 Hochschulen ein hohes Maß an Internationalität.

Professor Brumme betonte, dass neben einer guten Abiturnote gerade das soziale und gesellschaftliche Engagement entscheidend für eine Aufnahme in die Hochschule ist, denn die Hochschule sucht sich in Bewerbungsgesprächen die für sie geeignetsten Studenten aus.

Wer es schließlich an die FH Reutlingen geschafft hat, hat zwei Möglichkeiten, an einen Bachelor of Arts in Logistik zu kommen: Entweder studiert er sechs Semester lang, wobei er eines davon an einer Partnerhochschule im Ausland verbringt, oder er macht einen Doppelabschluss. Dann werden vier Semester in Reutlingen und weitere vier Semester an der Partnerhochschule absolviert.

Nach einem solchen Studium winken den Absolventen sehr gute Berufschancen, was sowohl an der Ausbildung als auch an der aktuellen wirtschaftlichen Lage liegt.

 

Abschließend war Bernd Brennenstuhl an der Reihe. Der Leiter der Abteilung Ausbildung bei HP erläuterte die Möglichkeit, ein sechssemestriges Studium an einer Berufsakademie aufzunehmen.

Die BA bietet Studenten viele Vorteile: Zum einen hat man mit der Ausbildungsvergütung vom Unternehmen ein sicheres Einkommen, zum anderen ist das Verhältnis der Theorie zur Praxis 1:1. Daneben unterstützen die Unternehmen die Studenten z. B. mit Nachbereitungen und Theaterworkshops für ihre persönlichen Kompetenzen bei ihrer Ausbildung. Auch den Absolventen einer BA winken sehr gute Berufschancen.

 

Im Schlusswort appellierte Herr Deim die Zuschauer zum sozialen und gesellschaftlichen Engagement. Gerade in der heutigen Zeit sei es enorm wichtig, ent-sprechende Erfahrungen vorweisen zu können. Das anstehende Projekt „Schule als Staat“ biete hierfür eine gute Gelegenheit, so Herr Deim.

 

Insgesamt war es eine hochinteressante Veranstaltung, die dem ein oder anderen eine gute Alternative zu den bisherigen Studiums- und Berufsplänen geboten haben dürfte.

 

Dominik Asbrand, Klasse 11d