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Bericht zur Segel-Studienfahrt 2018

messen, essen, schlafen, lachen, segeln, kochen, spülen, putzen, spielen, einkaufen...

Was macht man eine Woche auf einem Segelschiff? Wird man da seekrank oder mit wem gehe ich auf ein Zimmer? Das waren wohl einige Gedanken, die uns spätestens auf der Hinfahrt beschäftigten.

Sonntagmorgen (8.7.2018) um 7.45 Uhr ging es los und alle waren noch recht müde, so wurde es schnell ruhig im hinteren Teil des Reisebusses.

Dieses Bild wandelte sich, nachdem wir nach einer superschnellen Busfahrt ohne Stau gegen 16 Uhr in Harlingen in den Niederlanden am Hafen ankamen. Am Pier lag schon unser Flachbodenschiff und Peter unser Maat sowie Erik der Skipper waren noch mit putzen und schrubben beschäftigt und so konnten wir nicht, wie erhofft direkt aufs Schiff, sondern mussten oder besser gesagt, durften uns noch die Beine vertreten. Die meisten schwärmten aus: einige, um sich mit Essen zu versorgen, andere weil sie neugierig aufs Städtchen waren.

Als wir dann endlich die Kajüten beziehen konnten, war allen schnell klar: Bei dieser Studienfahrt muss man gut mit wenig Platz auskommen und man ist sich sehr nah. Mit so wenig Platz hatte niemand – außer Herr Musil – gerechnet. Aber das war nicht wirklich lange ein Thema, denn der Aufenthaltsbereich unter Deck war großzügig und an Deck gab es viel frische Luft, lustige Sprüche vom Maat und eine ordentliche Portion Arbeit.

Am Morgen erlebten wir dann alle, was Segeln auf einem 30 Personen Schiff bedeutet, denn anpacken lautete die Devise und zwar vom ersten Moment an.

Knoten knüpfen und dies bis zur Perfektion, Segel setzen, Begriffe lernen, damit man die Kommandos des Maats versteht. Aber auch entspannt an Deck die Fahrt genießen, chillen im Aufenthaltsbereich, wenn man nicht gerade gefordert war, Musik hören, die See genießen und einfach mal abschalten.

Neben den Segelaufgaben, die übernommen wurden, musste die Crew auch versorgt werden, d.h. für 28 Personen einkaufen, Frühstück vorbereiten, Mittagssnacks bereitstellen und Abendessen kochen. Dies erschien zunächst kompliziert, was sich jedoch überhaupt nicht bewahrheitete. Die Gruppe war nach kurzer Zeit ein eingespieltes Team und die Aufgaben waren meist mit Spaß verbunden und wurden kaum als lästige Pflicht empfunden.

Damit das alles auch reibungslos funktionierte, zog ein Tross von Schülerinnen und Schülern täglich in den Supermarkt und räumte dort die Regale leer. Schnell, also bereits am zweiten Tag gab es ein „Super-Einkauf-Team“ mit Expertinnen für niederländische Leckereien und für die Geldverwaltung. Es lief super, nicht nur, da die meisten Essenswünsche erfüllt werden konnten, sondern auch wegen der nahezu perfekten Kostenkalkulation der Kochteams.

Auf dem Programm stand unter anderem das heißersehnte „Trockenfallen”. Dabei wird das Schiff auf einer Sandbank festgefahren und anschließend wa(a)rtet man durchs Watt. Die Zeit auf dem Watt vertrieben wir uns mit Tanzen (YMCA!) und Schlammschlachten. Das Besondere an unserer Studienfahrt war, dass wir an verschiedenen Orten anlegten und unsere Route selbst, aber wetterabhängig bestimmen durften. Am letzten Abend ankerten wir auf offener See und ließen uns von den sanften Wellen in den Schlaf wiegen - außer die, die Ankerwache hatten. Sie mussten den Anker bewachen und waren für die Sicherheit aller verantwortlich. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, durfte der selbst zubereitete Mitternachtssnack nicht fehlen. Mmmmmh… lek-ker!

Die Studienfahrt wurde durch Präsentationen und Referate bereits vorbereitet, sodass an Bord nur noch ausstehende Messungen vorgenommen wurden. In der Theorie waren wir bestens aufgestellt, in der Praxis jedoch hingen wir in den Seilen…im wahrsten Sinne des Wortes - Oliver, danke für deinen mutigen Einsatz!

Die Studienfahrt Segeln ist eine Gelegenheit, die man nicht an sich vorbeiziehen lassen sollte. Denn die Stimmung war ausgelassen entspannt und wir erfuhren eine ganz neue Form des Teamgeists. Eine Studienfahrt, die man wärmstens (obwohl ohne Wettergarantie) weiterempfehlen kann.

Celina Schimpf, Valerie Bouillon, Sophia Schwalb, Henrieke Fischer, Annina Ruppert, Lena Fuhr