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Pilotprojekt am SGH

Das Schönbuch-Gymnasium gehört zu einer von 14 Modellschulen des Landes Baden-Württemberg, die ab dem Schuljahr 2017/2018 an einem Schulversuch zum Einsatz von Tablets im Unterricht teilnehmen dürfen. Dieser startete nun im zweiten Halbjahr mit der Ausgabe der Tablets.

Auf Initiative der Stadt Holzgerlingen und unseres damaligen Schulleiters Herrn Deim entschied sich das Kollegium des Schönbuch-Gymnasiums bereits Mitte des Schuljahres 2015/2016 dafür, sich für das Programm zu bewerben. Bis zum eigentlichen Start des Versuchs mussten daraufhin zahlreiche vorbereitende Maßnahmen geplant und umgesetzt werden, was vom Ausbau der Netzinfrastruktur im Schulhaus, über die Ausstattung mehrerer Klassenzimmer und Fachräume mit zusätzlicher Hardware, bis hin zur Anschaffung und Vorbereitung der Tablets selbst reichte. Parallel zur Schaffung der technischen Voraussetzungen bereiteten sich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen in speziellen Fortbildungen auf den Einsatz der Tablets im Unterricht vor.

In Zusammenarbeit mit dem Hector-Institut der Universität Tübingen soll künftig untersucht werden, ob und unter welchen Voraussetzungen Tabletcomputer Lernprozesse fördern. Zu diesem Zweck wurden die Klassen 7d und 7e mit iPads ausgestattet. Die Mitarbeiter des Hector-Instituts werden diese Klassen bis zum Ende des neunten Schuljahres wissenschaftlich begleiten. Ab dem nächsten Schuljahr werden zwei weitere siebte Klassen in den Tablet-Versuch einsteigen.

Am Dienstag nach den Faschingsferien fand ein erster Einführungstag statt, an dem die Tablets ausgegeben und grundlegende Einstellungen und Funktionen vermittelt wurden. Trotz großer Aufregung verlief der erste Tag ohne größere Schwierigkeiten, auch weil sich die Schülerinnen und Schüler der Generation Smartphone bereits gut selbst zu helfen wussten. Am zweiten Einführungstag wurden dann die Weichen für die an der Studie teilnehmenden Fächer Mathematik, Englisch und Geschichte gestellt, indem fachspezifische Apps eingeführt wurden.

Die Tablets sollen vor allem eine Ergänzung zum konventionellen Unterricht sein. Ein Vorteil, den vor allem die Schülerinnen und Schüler nach der kurzen Zeit sehen, ist, dass sie weniger Bücher mit sich herumtragen müssen, da diese nun digital verfügbar sind. Die Lehrerinnen und Lehrer freuen sich vor allem, dass es über diverse Lernapps die Möglichkeit der gezielten Förderung gibt. Auch bekommen die Schülerinnen und Schüler hier ein direktes Feedback über ihre Wissenslücken, was sich besonders im Fach Mathematik als sehr hilfreich erweist. Ebenfalls ist es durch das Tablet möglich, kurze Recherchearbeiten durchführen zu lassen, ohne dafür in den Computerraum wechseln zu müssen. Die Schülerinnen und Schüler sollen auch davon profitieren, dass der Unterricht freier gestaltet wird und die Erarbeitung einzelner Themen individuell und im eigenen Tempo von statten geht.

Im Sprachunterricht ist dies u.a. durch die Verwendung von Vokabel-, Wortschatz- und Grammatik-Lernplattformen sowie digitaler Tonaufnahmen, um Aussprache und Kommunikation zu verbessern, möglich. Zusätzlich stehen den Schülerinnen und Schülern nützliche Tools, wie z.B. Online-Wörterbücher und Plattformen für Schreibkonferenzen, zur Verfügung.
Im Fach Geschichte wird nach den Osterferien eine eigene Mini-Ausstellung rund um das Thema „Reformation und Glaubenskriege in der Frühen Neuzeit“ vorbereitet, bei der die Schülerinnen und Schüler neben einem aus Papier hergestellten „Exponat“ für ihre jeweilige Station eine kleine Audioaufnahme für einen Audioguide erstellen, wie er aus Museen bekannt ist.

Ebenso kann mit dem Unterricht am Tablet vermittelt werden, dass die neue Technik ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringt, die neben speziellen Kompetenzen auch eine gewisse „Frustrationstoleranz“ verlangt.

Dank der Förderung durch das Land Baden-Württemberg und der großzügigen Unterstützung der Stadt Holzgerlingen hat das Schönbuch-Gymnasium die Möglichkeit bekommen, an dieser neuen Entwicklung teilzuhaben. So profitieren nicht nur die beiden teilnehmenden siebten Klassen, sondern auch die gesamte Schulgemeinschaft durch die Anschaffung eines mobilen Tabletwagens und den Ausbau der Infrastruktur im Schulhaus.

Ein besonderer Dank gilt allen an der Umsetzung des Projektes Beteiligten. Wir sind gespannt, wie sich der Unterricht mit Tablets im Alltag bewähren wird und werden an dieser Stelle von unseren Erfahrungen berichten.

Julia Stepczynski

Dr. Marcus Stollsteimer